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4# Recherchen! Warum Jesus im Hilton Hotel geboren wurde…

Was ich anfangs nie gedacht hätte ist, dass man enorm viel Zeit in Recherchen stecken muss. Jedenfalls bei meinem Roman. Wenn man eine Geschichte, auch wenn es nur eine Geschichte ist, glaubhaft erzählen will, so ist es von Vorteil, wenn man die Orte, Gebäude, Straßen und so weiter sehr gut kennt. Heute ist es sicher ein Vorteil, dass wir über das Internet schon sehr viel Informationen, Videos und Fotos über gewisse Orte bekommen und auch anschauen können. Dennoch braucht dies enorm viel Zeit. Auch wenn mein Roman, nur eine Geschichte ist und keinen Anspruch auf historische Wahrheit oder sonstige wahren Begebenheiten hat, verbringe ich viel Zeit damit, für die Recherchen Bücher zu lesen. Dennoch nehme ich im Roman Bezug auf historische Ereignisse. Diese sollten dann natürlich möglichst stimmen. Auch wenn ich die „Wahrheit“ nutze und dann im Roman verdrehe, so dass sie wieder in meinen Roman passt, müssen die Fakten gut recherchiert sein. Sonst merkt dies der Leser sofort. Gerade wenn wir ein historisches Ereignis nutzen, jenes in vielen Köpfen anders abgespeichert oder gelernt wurde. 

Beispiel: Wenn ich in einem Roman schreiben würde:

Jesus wurde nicht in einem Stall in Betlehem geboren, sondern im Hilton Hotel. Dann würden wohl alle Leser/Innen sofort wissen, dass dies nur blabla von mir ist und, je nachdem, würde ich die Leser/Innen an der Stelle verlieren. Doch wenn ich die Behauptung besser verpacken würde, wäre dis anders:

Jesus wurde im Hotel Hilton geboren, nicht in einem Stall, wie wir uns dies vorstellen. Es war damals ein Übersetzungsfehler und man hat nicht erkannt, dass es sich ums Hotel Hilton dreht. Wie kam es zu diesem Fehler?! Dazu zuerst mal ein paar Fakten. Die Geburt Jesu im Stall: Wir sollten uns diesen Stall nicht wie heute vorstellen, weil die ärmeren Menschen oft in Höhlen gewohnt haben, meistens auch mit den Tieren zusammen, weil ihnen diese Wärme gaben. Gerade die Hirten haben damals in Höhlen gewohnt. Deswegen kommen in der klassischen Weihnachtsgeschichte auch die Hirten, Ochse und Esel vor. Der Stall war aber eine Höhle, die den Bewohnern aber auch als Wohnung diente. Der Stall wie wir ihn kennen, war so nicht ganz richtig. Es war kein Ort, wo nur die Tiere lebten, so wie bei uns heute. Sicher lag Jesus deswegen nicht in einer Futterkrippe, da die Menschen dort wie schon gesagt auch wohnten. Es gab sicher einen anderen Ort für ein Neugeborenes/ Bett. Am Geburtsort/Betlehem war es auch sehr hügelig, deswegen gab es dort auch viele Höhlen. Auch wenn wir die Geburt, neben Tieren sehr eigenartig finden, war es zu der Zeit völlig normal, weil es in der Behausung der ärmeren Menschen, eben auch Tiere gab. Bis dahin ist alles Fakt. 

Doch Jesus hatte es besser. Er wurde nicht in einen normalen Stall geboren, sondern im Hilton. Hil(l)= bedeutet nämlich Hügel und ton= Bauernhof, Gehöft oder Bergsiedlung. Damals in Gehöft fanden auch viele Reisende einen Unterschlupf zum Übernachten. Wie heute in einem Hotel. Deswegen ist ganz klar, Jesus wurde im Hotel Hilton geboren. Doch die Historiker haben es damals einfach falsch verstanden. Sie haben die Geburt in einem einfachen Stall geschehen lassen. In Wirklichkeit war es aber das Hilton Hotel. Dies zeigt uns ganz klar, dass Wort Hilton. Bauernhof/ Gehöft in den Bergen/Hügel. 

Okay, ich gebe es zu, die ganze Weihnachtsgeschichte so, mit Jesus Geburt im Hotel Hilton ist immer noch ziemlich unglaubwürdig. Doch ich bin sicher, der eine oder andere Verschwörungstheoretiker würde sie glauben und weiter erzählen. Da wir sicher alle die Geschichte kennen, war es ein gutes Beispiel, wie man historische Fakten, neu verpacken könnte, damit sie in eine Roman-Geschichte passen. 

Ohne jetzt schon zu viel zu verraten, konnte ich feststellen, wenn mein Roman an Orten spielt, jene ich persönlich sehr gut kenne, ist es viel leichter, bei den Handlungen und Szenen in die Tiefe zu gehen. Ein Teil meines Romans spielt in Edinburgh, Schottland. Diese Stadt ist eine meiner Lieblingsstädte. Überhaupt ist Schottland ein Land, was mir besonders gut gefällt. Da ich schon oft dort war, fiel es mir sehr leicht, in die Geschichte, jene ich gerade schreibe, auch während des Schreibens voll einzutauchen, da ich die Orte, Straßen und Umgebung klar vor mir sehen konnte. Die Schauplätze von meiner Geschichte sind alle physisch vorhanden, jedenfalls in der einen oder anderen Form. So habe ich natürlich als Autor auch wirklich die Möglichkeit Dinge vor Ort oder auch im Internet anzuschauen. Doch wird mir auch bewusst, was für eine intensive Arbeit es ist für Roman-Autoren, jene von Orten schreiben, die es physisch nicht gibt. Dessen ist man sich wahrscheinlich als Leser/ in überhaupt nicht bewusst. So ist es für mich nicht verwunderlich, dass einige Romane Jahre gedauert haben, bis sie entstanden sind. Am ersten Band von Harry Potter hat J.K. Rowling 10 Jahre geschrieben! Als ich dies das erste Mal hörte, dachte ich noch: „Sie muss wohl sehr langsam geschrieben haben!“ Doch jeder, der Harry Potter kennt und sich mal Gedanken macht, wie sehr sie ins Detail geht und dass die meisten Orte nicht real existieren in dem Roman, die Autorin aber dennoch diese ganze Welt in sich drin erzeugen musste, bevor sie darüber schreiben konnte, kann sich vorstellen, wie schwierig das ist. Ich lese jetzt Bücher ganz anders, da mir die Arbeit dahinter enorm bewusst geworden ist. Für mich ist das Hindergrundwissen, das Aussehen meiner Spielorte enorm wichtig, weil ich so besser im Schreibflow bleiben kann, da die Handlung, die gerade am Entstehen ist auf meinem Blatt Papier, in meinem Kopf schon einen Film erzeugt. Sollte mein Buch jemals verfilmt werden, wüsste ich schon sehr genau, wie man die Szenen drehen müsste. 🙂 Doch die Kunst beim Schreiben ist vor allem, dass der Leser/In während dem Lesen seinen ganz persönlichen inneren Film auch sieht. Jedenfalls empfinde ich dies so. Bücher packen mich, bei denen ich sofort einen Film vor mir sehe, bei denen ich in die Geschichte eintauche und alles um mich herum vergesse. Wenn dies bei mir während des Lesens nicht geschieht, dann kann die Geschichte noch so gut sein, es würde mich nicht fesseln. Somit muss es mich richtig packen und berühren, damit ich am Ende sagen kann: „Dies war ein großartiges Buch!“ 

Wie sieht dies bei dir aus? Welche Romane liebst du? Schreibe unten gerne einen Kommentar 🙂

 

Hier siehst du ein paar Eindrücke meiner Recherche für den Roman:

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5 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Jeannette
    28. Juni 2020 9:47

    Vielleicht erzählst du ja deine Geschichte aus einer früheren Inkarnation? Das wäre doch auch sehr spannend ☺

    Antworten
  • Jeannine Bräkow
    28. Juni 2020 22:34

    Ich liebe die Romane von Hanni Münzer, vor allem HONIGTOD,MARLENE undDAS HEXENKREUZ.Daniel Glattauer GUT GEGEN NORDWIND und ALLE SIEBEN WELLEN.Sofia Lundberg DAS ROTE ADRESSBUCH.Susann Blum ELLY KALTBACH.❤️👍vielleicht ja auch bald Pascal Voggenhuber………….😉💪😅👍viel Spaß noch beim Lesen und Schreiben….

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  • Gabriele Hofmann
    29. Juni 2020 0:41

    Ich liebe die Bücher von Michael Robotham , Charlotte Link, Elin Hilderbrand und seit Neuestem von Pascal Voggenhuber!👍♥️Wichtig ist für mich, das mich das Buch von Anfang an packt und mich fesselt. Ansonsten verschwindet es erstmal in einer Schublade. Ich bin so gespannt auf deinen Roman und werde bestimmt eine der ersten sein, die ihn vorbestellen !Viel Freude und gute Ideen weiterhin.💻📕🖋♥️

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  • Tolle Idee, deinen ersten Roman live zu verfolgen. Ich finde das total spannend und das dürfte einmalig weltweit sein, dass die Leser Schritt für Schritt das Enstehen eines Romanes miterleben dürfen. Viel Spaß bei der Suche deiner Infos und viel Erfolg!

    Antworten
  • Toll, dass wir dich bei der Entstehung deines Buches begleiten dürfen. Es wird einem wirklich alles viel mehr bewusster und man weiß ja vieles gar nicht. Danke! Weiterhin viel spazdabei 🤗

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